Das Phänomen „Frauenzeitschrift“

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Sein wir mal ehrlich: Jeder kauft sich ab und zu eine Zeitschrift. Natürlich jeder für die unterschiedlichsten Dinge. Mittlerweile gibt es auch für jeden Bereicht des Lebens das passende Magazin. Egal ob „Eltern-Kind-Berater“, „Klatsch-und-Tratschheftchen“ (und Himmel hilf davon gibt es einige) oder Computerhilfe. Für jeden ist etwas dabei.

Das Thema „Zeitschrift“ ist im Moment zu aktuell wie nie. Denn mittlerweile müsste jeder mitbekommen haben, wie die Jugendzeitschrift „BRAVO“ unter Beschuss steht/stand.

Jeder von uns hatte sicherlich schon einmal eine „BRAVO“ in der Hand und erinnert sich sehr gut an unserer „Teenie-Bibel“. Als ich damals diese Zeitschrift gelesen habe, war sie mein wöchentliches (ich geh doch recht der Annahme, dass sie früher jede Woche raus kam und nicht wie jetzt alle zwei Wochen, oder?) News-Update. Das Internet war damals bei mir noch kein großes Thema („Aber nur 30min, Mama möchte noch telefonieren!“ Ihr kennt diese Geschichten), sodass ich sonst nicht viel über die Stars von damals erfahren hätte.

Natürlich war auch „Dr. Sommer“ (gefühlt nun mittlerweile 200 Jahre alt) damals schon ein großes Thema. Deshalb schockierte (und belustigte mich zugegebener Maßen) es umso mehr den Online-Artikel mit den 100-Flirttipps zu lesen.

Dieser Artikel wurde nach dem ganzen Protesten des ganzen deutschsprachigem Internets zwar vom Netz genommen, dennoch gibt es immer noch genug Leute die sich entweder darüber lustig machen oder sich immer noch pikieren müssen.

Warum, wieso und weshalb genau soll hier nicht mein Thema sein.

Ich wollte an dieser Stelle das „Phänomen-Frauenzeitschrift“ ein wenig beleuchten.
Laut dieser ganzen Heftchen haben wir ein schöneres, erfüllteres und überhaupt ein nahezu perfektes Leben wenn wir die uns präsentierten Tipps einhalten. Dennoch sollte Frau von Heute daran denken, dass unperfekt das neue perfekt ist.
Bitte wie?

Fragen wir uns einmal warum man sowas überhaupt liest.
Ich für meinen Teil fühle mich durch die zahlreichen Artikel, Beiträge, Kolumnen usw. ziemlich gut unterhalten. Hängt natürlich auch vom Thema ab. Oft nenne ich meinen Zeitschriftenkonsum auch scherzhaft „Berufskrankheit“. Einfach aus dem Grund, dass ich als angehende Drogistin wissen möchte, wie die aktuellen Trends in Sachen Make-up und Pflege sind. Denn es kommt nicht selten vor, dass eine Kundin etwas haben möchte, was sie vorher in einer dieser Zeitschriften gesehen hat. Ich finde, man kann dadurch oft auch besser auf die Kundinnen eingehen und besser beraten, wenn man in etwa weiß, was diese meint bzw. worauf sie hinaus möchte.

Neben den ganzen Schmink- und Modetipps (die ich hier mal außen vorlassen möchte, da die Ansichten über solche Sachen ja im Auge des Betrachters liegen) sind die Horoskope sowieso am Besten.
In meinem Sommerhoroskop steht zum Beispiel, dass ich mich fallen lassen soll (worauf?), dass ich zu oft nachdenke (was nur logisch ist, denn ich muss mir ja überlegen ob ich mich wirklich fallen lassen soll bzw. worauf. Siehe erste Frage.), dass Stier besonders gut zu mir passt (war es letztes Jahr nicht der Wassermann? Muss ich jetzt jedes Jahr einen neuen haben, damit immer die Sternzeichen zueinander passen?), aber auch, dass ich im Bett eine Spaßbremse sei (kann ich nicht beurteilen, sorry).
Da ich ja eine arme Singlelady bin („All the single ladies, put your hands up!“) hat man natürlich auch direkt die beste Flirtstrategie für mich dazu geschrieben. Juhu! Demnach springe ich ab nun alle Männer direkt an.

Kurzum: Dank Jolie und Co. wissen wir wie man am besten Sex hat, es einem man richtig mit der Hand besorgen kann – vor allem aber wie man diesen 100%ig von sich überzeugen kann – und was man essen sollte um ein It-Girl zu sein.
Außerdem ist uns nun bekannt, welches Sternchen welchen Lippenstift trägt, was man tun muss um wie Taylor Swift auszusehen und was die kommenden Wochen für uns bereit halten werden, da Mars und Jupiter (und damit meine ich nicht die Sailor Kriegerinnen) im Zenit oder weiß der Geier wie stehen.

Doch was soll das eigentlich?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeine junge Frau diese Tipps und Tricks in die Realität umsetzt. Oder wo sind die Frauen, die eine Cosmopolitan Ausgabe auf dem Nachttisch liegen haben und gehetzt darin rumblättern um den vor kurzen gelesenen Sex-Tipp umzusetzen?
Natürlich sammelt man Inspirationen, sowohl in den „Weiber-Heftchen“ als auch in der „Garten-Umschau“. Trotzdem lesen wir die doch irgendwie, irgendwo, irgendwann alle einmal und es unterhält und auf eine doch sehr merkwürdige Art und Weise jedes Mal aufs neue.

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Ein Gedanke zu “Das Phänomen „Frauenzeitschrift“

  1. *Hände heb*

    Meine Mutter kauft sich regelmäßig die Tina, wenn die mir dann auch mal in die Hand fällt und mir langweilig ist les ich ab und an auch gern mal ein oder zwei Artikel, weil sie echt unterhaltsam sein können. Aber was ich an Frauenzeitschriften immer am witzigesten/ironischten finde ist, wenn nach der perfekten Diät ein Rezept für den kalorienreichesten und leckersten Kuchen der Welt kommt 😛
    Das dies irgendwie zu einem Teufelskreis führen könnte, ist garantiert nicht geplant xD

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